Warum steht die Biomechanik im Mittelpunkt guter Hufbearbeitung?

Welche Vorstellung haben Sie von der Anatomie des Pferdekörpers? Tatsache ist, dass das Pferd wesentlich flexibler auf Einflüsse und Belastungen reagiert, als man das allgemein vermuten würde.

Wirft man einen Blick auf die gängigen Bearbeitungsmethoden rund um den Huf so stellt man fest, dass innerhalb der drei Kategorien Hufpflege, Huftechnik und Hufbeschlag kein anderer Bereich so sehr mit Dogmatisierung belegt ist, wie der Begriff der Hufbearbeitung. Eine Dogmatisierung einer bestimmten Arbeitstechnik lehnen wir als nicht pferdegerecht ab. Möchte man Hufe verantwortungsvoll bearbeiten, ist eine methodenoffene, individuell auf die Bedürfnisse des Pferdes ausgerichtete Herangehensweise notwendig.

Wir gehen davon aus, dass alle Bearbeitung am Huf ein und das selbe Zielhaben sollte: Das gesund gehende Pferd!

Wir bilden Hufpfleger aus, die in ihren Grundlagenkenntnissen biomechanisch geschult werden (bmg). Damit eröffnen wir keine weitere Kategorie, sondern wir wollen den Blick darauf lenken, dass jede Hufsituation die man vorfindet von den biomechanischen Bewegungsprozessen des Pferdes sowie von seiner anatomischen Individualität geformt wird. Der Pferdekörper ist höchst dynamisch! Er ist ein plastisches flexibles System, das sich extrem schnell auf wechselnde Situationen einstellen kann.

Als Hufbearbeiter arbeiten Sie an einer der wichtigsten Schaltstellen dieser Dynamik: Dem Huf! Ein paar Beispiele aus der Praxis:

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Da ist das Pferd, bei dem alle rechten Hufwände steiler ausgebildet sind, weil die Besitzerin auf Grund eines eigenen Hüftproblems bevorzugt rechts herum reitet.

Da ist der im Schulterbereich nicht passende Sattel, weil der Hufschmied auf der Vorhand mit Keilen beschlägt und so den Bewegungsablauf des Schultergelenks unbewusst beeinflusst.

Da ist das Pferd mit breitem Strahl und untergeschobenen Trachten, das fühlig geht und bei dem alle Versuche, den Huf steiler zu stellen, scheitern. Schlechte Hornqualität in Verbindung mit einer Fesselträgerschwäche bürden dem hinteren Hufbereich zu viel Last auf.

Man sieht, der Huf ist ein zentraler Brennpunkt für alle Bewegungsabläufe und Lasten im Körper. Er muss „von oben“ kommende Probleme kompensieren und gibt eigene Probleme und Schwächen in die anatomischen Strukturen weiter.

Wer daher Hufe richtig bearbeiten will, braucht den Blick und die Kenntnis der gesamten Anatomie und aller Bewegungsabläufe des Pferdes.

Deshalb integrieren wir in einem großen Masse biomechanische Aspekte in unsere Kurse. Wir möchten Sie mit dem besten Wissenstand über die Biomechanik des Pferdes ausbilden. Daher haben wir unsere Ausbildung vom Berufsverband der Pferdeosteopathen, Hufpfleger und Pferdephysiotherapeuten (BVOHP e.V.) auf Herz und Nieren prüfen lassen und die Anerkennung des Berufsverbands erhalten. Gleichzeitig legte unser Ausbildungssystem die Basis für die behördliche Anerkennung des LTZ in der Schweiz.

In unserer Ausbildung greifen wir auf alle gängigen Bearbeitungsthoerien zurück und vernetzten sie untereinander. Hierzu gehören u.a.

  • Zehenachsentheorie
  • Fesselachsentheorie
  • Fesselstandstheorie
  • Kronrandtheorie
  • Sohle-Strahl-Ebene-Theorie
  • Fußungstheorie
  • Pendeltheorie

Zudem analysieren wir regelmäßig aktuelle Erkenntnisse weiterer Bearbeitungsmethoden und integrieren sie in unsere Ausbildungen. Dies ermöglicht Ihnen einen flexiblen und zielführenden Blick auf die Bearbeitungserfordernisse unterschiedlicher Hufe und versetzt Sie in die Lage, auch mit schwierigen Hufsituationen jederzeit umzugehen.

Für Infos zu unserem bmg-Zertifikat bitte direkt den Menüpunkt „bmg-Zertifikat“ im Hauptmenü anklicken.